Kostenlose Buchungssoftware für Salons gibt es – aber fast immer zahlt jemand: der Salon über eine Provision auf Neukundinnen, die Kundin über eine Buchungs- oder Kartengebühr, oder beide über kostenpflichtige Zusatzfunktionen, sobald der Salon wächst. Wirklich günstig ist eine Lösung erst, wenn ein normaler Monat mit allen Buchungen, Erinnerungen und Mitarbeitenden wenig kostet. Für kleine Coiffeursalons in der Schweiz bedeutet das meist: ein fester, niedriger Preis ohne Provision.

Woran „gratis“ bei Buchungssoftware meistens hängt

Hinter einem Gratis-Angebot steckt eines von drei Geschäftsmodellen, und jedes hat seinen Preis:

ModellWer zahltBeispieleWann es aufgeht
Marktplatz mit Provision Der Salon, pro Neukundin Treatwell (35 % der ersten Marktplatzbuchung), Fresha (Gebühr auf Marktplatz-Neukunden) Wenn der Marktplatz tatsächlich neue Kundschaft bringt
Gratis-Stufe mit Grenzen Der Salon, sobald er wächst Setmore, SimplyBook.me (Gratisplan mit 50 Buchungen pro Monat) Für Selbstständige mit wenigen Terminen
Gebühr bei der Kundin Die Kundin beim Buchen oder Bezahlen Verschiedene Tools mit Online-Zahlungspflicht Selten – Stammkundinnen reagieren empfindlich auf Zuschläge

Eine Gratis-Stufe ist für den Einstieg in Ordnung. Wichtig ist, vorher nachzulesen, was beim Überschreiten der Grenze passiert: Häufig wird nicht nur eine höhere Stufe fällig, sondern es fallen auch Funktionen weg, an die man sich inzwischen gewöhnt hat.

Was eine günstige Lösung trotzdem können muss

Auch für einen Salon mit einem einzigen Stuhl gibt es Funktionen, auf die man nicht verzichten sollte – nicht wegen des Komforts, sondern weil ihr Fehlen Geld kostet:

  • Eigener Buchungslink für Website, Instagram-Profil und Google-Unternehmensprofil, damit Kundinnen ohne Umweg über einen Marktplatz buchen.
  • Automatische Bestätigung und Erinnerung, denn ein einziger ausgefallener Termin pro Woche kostet mehr als jede Monatsgebühr.
  • Kundenkartei mit Verlauf, also wer wann welche Leistung hatte, mit Notizen zu Farbe, Allergien oder Wünschen.
  • Vollständiger Datenexport, damit ein späterer Wechsel nicht zum Neuanfang wird.

Was ein Salon mit drei Arbeitsplätzen realistisch zahlt

Die folgenden Werte beruhen auf den öffentlich ausgewiesenen Preisen der Anbieter und auf einem typischen kleinen Salon mit drei Mitarbeitenden. Provisionen sind nur dort berücksichtigt, wo sie zum Modell gehören, und hängen stark davon ab, wie viele Neukundinnen über den Marktplatz kommen.

AnbieterGrundkosten für 3 ArbeitsplätzeProvisionHinweis
Treatwell Monatsgebühr, nicht öffentlich ausgewiesen 35 % der ersten Marktplatzbuchung Grösster Beauty-Marktplatz, auch in der Schweiz aktiv
Fresha rund 30 US-Dollar im Monat (in Euro abgerechnet) Gebühr auf Marktplatz-Neukunden Kartenzahlungen kosten zusätzlich eine Transaktionsgebühr
Setmore in der Gratis-Stufe möglich, je nach Teamgrösse keine Allgemeiner Terminplaner, nicht speziell für Salons
Boona 4 US-Dollar im Monat keine 2 US-Dollar Grundpreis plus 1 US-Dollar je weiterem Arbeitsplatz

Worauf Schweizer Salons zusätzlich achten sollten

Viele Anbieter rechnen in Euro oder US-Dollar ab, was bei schwankenden Wechselkursen kleine Abweichungen bringt – bei niedrigen Beträgen ist das vernachlässigbar, bei teuren Abonnements nicht. Wichtiger ist der Datenschutz: Seit dem 1. September 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz, das unter anderem verlangt, dass Kundinnen Auskunft über ihre gespeicherten Daten erhalten und deren Löschung verlangen können. Eine Software, die Einwilligungen für Werbenachrichten dokumentiert und einen Export auf Knopfdruck erlaubt, macht das deutlich einfacher.

Auch die Sprache zählt: In mehrsprachigen Regionen sollte die Buchungsseite für Kundinnen auf Deutsch, Französisch und Italienisch funktionieren.

Eine günstige Option ohne Provision

Für kleine Salons, die keinen Marktplatz brauchen, ist Boona eine der günstigsten Lösungen: Online-Buchung, Kundenkartei mit Notizen und Erinnerungen per E-Mail und Push-Benachrichtigung kosten 2 US-Dollar im Monat plus 1 US-Dollar je weiterem Arbeitsplatz, umgerechnet also wenige Franken. Eine Provision fällt nicht an, die Kundinnen zahlen nichts, und die ersten drei Monate sind kostenlos. SMS-Erinnerungen bietet Boona nicht an; wer darauf Wert legt, braucht einen anderen Anbieter.

Wie sich Buchung, Lohnabrechnung und Datenschutz im Salon zusammenfügen, zeigt die Übersicht Salonverwaltung: Buchung, Lohn und Datenschutz.

Häufige Fragen

Gibt es eine wirklich kostenlose Buchungssoftware für Coiffeure?
Ja, als Gratis-Stufe mit Grenzen bei der Zahl der Buchungen oder Mitarbeitenden. Für einen Salon mit Team ist ein niedriger Festpreis ohne Provision auf Dauer meist günstiger.
Lohnt sich ein Marktplatz für einen kleinen Salon?
Am ehesten nach einer Neueröffnung oder an einer Lage ohne Laufkundschaft. Sobald die meisten Buchungen von Stammkundinnen kommen, wird die Provision zum grössten Kostenpunkt.
Kann ich später ohne Datenverlust wechseln?
Wenn die bisherige Software einen vollständigen Export der Kundendaten erlaubt, ja. Prüfen Sie das vor dem Start, nicht erst beim Wechsel.